Tour in Mallorcas Nationalpark

  • Bewertung: ★★★☆☆
  • Streckendetails: ca. 475HM, 10km Länge, ca. 4 Std. ohne Pause
  • Schwierigkeitsgrad: Blau. Gut ausgebaute Forst- und Wanderwege. Ungefährlich.
  • Tourcharakter: Einfache Bergwanderung mit Start zwischen Olivenhainen und tollem Ausblick auf die karge Landschaft der Serra Tramuntana
  • Ausgangspunkt: Dorf Orient im Westen von Mallorca
  • Einkehr: Auf dem Gipfel bei Castell d’Alaro, Landgasthof Es Verger oder in Orient
  • Abkürzungsmöglichkeiten: Von Castell d’Alaro auf gleichem Weg zurück nach Orient.
  • Tipps: Man muss bei der Wanderung den Landgasthof überqueren der durch ein Tor abgeriegelt zu sein scheint. Der Gasthof kann aber ohne weiteres durchwandert werden
  • MTB tauglich: Ja, wobei man die Tour mit dem MTB lieber rückwärts machen sollte
  • Hunde: Nein. Keine Wasserstellen für Hunde und zahlreiche Schafe
  • Kinder:Gute, leicht begehbare Wanderpfade. Kein Problem für Kinder oder Kleinkinder in der Kraxe.
  • Datum der Wanderung: 22.05.2013

Mallorca bietet neben perfektem Familienurlaub, oder Abi-Abschlussfahrt mit Wein aus Eimern, auch einen wunderschönen Nationalpark der das alpine Herz höher Schlagen lässt. Dabei sind es nicht die maximalen Erhebungen die in der Serra Tramatuna reizen (höchster Berg Puig Major gerade mal 1445m), sondern Natur, Umgebung und Ambiente die der Bergsportler in dieser Gegend entdecken kann. Im Tal startet man dabei oft in einem Meer von Olivenhainen und findet sich oben in einer kargen Landschaft wieder, die mich persönlich auch etwas an die Gebirgslandschaften meiner Heimat Kroatien erinnert.

Sa Fosca

Vor dem eigentlichen Tourbericht möchte ich vorweg auf ein Highlight aufmerksam machen, das sich kein Bergfreund entgehen lassen sollte, wenn er sich nicht gerade mit fiebrigem Kleinkind für eine Woche auf der katalanischen Insel befindet. Die Rede ist von Sa Fosca im Torrent de Pareis, olé! Gemeint ist der wohl eindrucksvollste Canyon Europas. In 4-5 Stunden geht es 900 Meter in die Tiefe. Unten angekommen geht es nur mit dem Boot zurück in die Zivilisation. Sicher nur was für geübte und bitte auch nicht bei wechselhaftem Wetter. Wie bei engen Canyons üblich, können sich diese bei Regenwetter sehr schnell mit Wasser füllen was höchst Lebensgefährlich werden kann. Mich reizt diese Tour wirklich sehr – ich bin mir sicher in den nächsten Jahren mal wieder “vorbei zu fliegen” und den Canyon zu durchwandern.

Zur Tour. Lucy, meine Tochter, war wieder auf dem Berg – das Fieber war weg. Leider waren auch unsere “Berg-Pläne” für diese Woche zerschlagen. Neben Lucys Infekt hatten wir auch recht durchwachsenes Wetter. Ohne Tour wollten wir aber nicht abreisen. Eine leichte, stressfreie, sichere Tour musste her: Die Bergwanderung auf den Festungsberg von Alaró. 4 Stunden Gehzeit mit 475 Höhenmetern.

Serra Tramatuna

Geparkt wird im stillen, unauffälligem Dorf Orient. Von dort aus geht es die ersten zwei Kilometer auf der Straße wieder zurück Richtung Osten. Man passiert links ein kleines Hotel, wonach rechts ein Weg in die Berge abzweigt. Der erste Pfad führt schattenfrei und sehr idyllisch an etlichen Olivenhainen vorbei an denen sich meistens auch ein paar Schaafe tummeln. Sobald man den bewaldeten Abschnitt erreicht, geht es zwar schattig weiter aber dafür auch stark bergauf. Viel Pause gönnt einem der Aufstieg nicht. Im Prinzip geht es gut 350 Höhenmeter am Stück nach oben bis man die Burg erreicht die von unten noch unerreichbar zu sein scheint.

Auf dem Castell d’Alaro gibt es eine kleine Einkehr mit urigem Kaffee und diversen Kleinigkeiten zu essen. Für Wanderer die den Festungsberg auf einer Etappe mitnehmen stehen sogar Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Über die Treppen, die man nach oben genommen hat, geht es auch wieder nach unten. Am Ende des Treppenweges nimmt man die Abzweigung nach Es Verger um nicht auf dem gleichen Weg wieder zurück nach Orient zu wandern. Der Landgasthof Es Verger, den man bereits von der Burg oben sehen kann, bietet sich für eine ausgedehnte Rast an. Uriger geht es kaum. Mallorquinische Spezialitäten die über offenem Feuer zubereitet werden, spanischer Hauswein, direktes nicht unbedingt freundliches Personal. Natürlich dürfen auch hier nicht Schafe und Lämmer fehlen die hier überall unterwegs sind. Im Gasthof kann man übrigens auch draußen sitzen und die Sicht auf den eben bestiegenen Festungsberg genießen.

Blick von Es Verger

Von Es Verger geht es wieder eine Weile bergauf bis man sich wieder am Anstieg vom Anfang der Tour befindet. Zurück geht es dann auf der gleichen Strecke bis nach Orient.

Die Tour ist auch für ungeübte Bergwanderer zu bewältigen. Die Wege sind lückenlos ausgeschildert, viele Möglichkeiten zum verirren gibt es nicht. Eine topografische Karte ist demnach nicht notwendig.

Für uns steht abschließend fest – Mallorca, wir kommen wieder!

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