Le Brazilian MTB Trail

  • Bewertung: ★★★★☆
  • Streckendetails: 2x Gondel von 500 auf 1850 m ü. NHN. Aufstieg auf 2530 m ü. NHN viel schieben/tragen. Abfahrt von 2530 auf 500 m ü. NHN, 95% Singetrail, ca. eine Stunde Abfahrt. Links: Höhenprofil, GPS Track auf Anfrage.
  • Schwierigkeitsgrad: S1/S2
  • Tourcharakter: Aufstieg zum Teil nicht fahrbar (Schieben/Tragen). Abfahrt 95% Singletrail und Flow ohne Ende. Anfangs leicht alpiner Character, gefolgt von typischem Mittelgebierge.
  • Ausgangspunkt: Schweiz, Kanton Wallis in Chalais
  • Karte: Val d’ Annivers 23. ISBN: 978-3-259-00826-3
  • Einkehr: Aufstieg bei Sigeroula (gegenüber Aussteig Gondel). Abfahrt: Erst im Ort Nax.
  • Übernachtung: Zeltplatz in Sion oder nähe Chalais (Crete Longue)
  • Tipps: Wechselshirts einpacken. Aufsteig bei Hitze sehr schweistreibend. Bei alpinen Touren kann es bei bewölktem Himmel schnell kalt werden. Für den Aufstieg auf Col de Cou nicht zu viel Wasser mitnehmen (Gewicht sparen). Bei der Abfahrt kommt nach ca. 10 Minuten eine Kuhtränke mit Frsichwasser zum auffüllen des Vorrats.
  • Datum der Tour: 23.08.2011

Endlich hat es geklappt. Nach über zwei Jahren konnte ich endlich den Trail Mythos „Le Brazilian – The Secret“ im schweizerischen Wallis unter die Räder nehmen. Der Trail sollte nach Erzählungen ein ewig andauernder cremiger Flow sein. Eine Szene des Trails im Video einer Canadischen Crew machte den Hype perfekt.

Gestartet bin ich vom Zeltplatz in Sion welcher direkt von der Autobahn völlig unkompliziert zu erreichen ist. Für einen ersten vor Ort Check was Gondeln & Co. angeht sind die Angestellten auf dem Zeltplatz sehr engagiert. Telefonisch checkten sie die Zeiten und Kosten der Gondel und gaben mir noch ein Vercorin Flyer mit auf dem die Spots und anliegende Ortschaften auf einer groben Karte verzeichnet sind. Auf dieser Karte war auch der „Meilenstein“ L’Ar tu Tsan eingezeichnet, der auf meiner 15 Euro teuren Karte nicht angegeben war. Völlig unverständlich – einer der landschaftlich schönsten Parts der Tour.

Von Sion aus geht es mit dem Bike ca. 20 Minuten mit dem Bike nach Chalais. Von hier ab geht es mit der Gondel nach Vercorin wo dann auch für die Fahrten bezahlt wird. Die Gondeln sind alle auch speziell für Biker ausgelegt. Bei der ersten Fahrt kann das Bike direkt mit in die Gondel, beim zweiten Part nach Sigeroulaz wird das Bike außen am Vorderrad angehängt. Die gesamte Fahrt nach Sigeroulaz kostet 10 Franken 30. Ab hier geht es dann auch mit dem Bike weiter.

Nach einem recht steilen aber fahrbaren Anstieg geht es ca. 15 Minuten flach Richtung L’Ar tu Tsan. Wer keinen Zeitdruck hat der wird hier sicher gerne etwas länger als Gewöhnlich für eine erste Pause verweilen. Am Wasserfall kann der Trinksack nochmals für den anstrengensten Teil der Fahrt gefüllt werden. Tipp: Bei der Abfahrt kommt nach ca. 10 Minuten eine Kuhtränke mit fließendem Frischwasser. Der Trinksack muss demnach nicht für die gesamte Abfahrt ausreichen. Hier kann Gewicht gespart werden.

Der Aufstieg zum Col de Cou besteht zum Großteil aus Schieben und Tragen. Gutes, stabiles Schuhwerk ist hier empfohlen. Der Aufstieg scheint endlos, bis man irgendwann nach ca. 1 -1,5 Stunden das Gipfelkreuz erreicht.

Hier heißt es erneut Kräfte tanken für ca. 45min und 2100hm puren Single Trail Spaß.

Vom Col de Cou die Abfahrt Richtung Nax nehmen und immer der gelben Raute folgen. Nach knapp 10 Minuten kommt ein Haus das man rechts liegen lässt und den danach gleich wieder auf den Trail Richtung Nax einsteigt. Genenüber des Hauses gibt es eine Wasserquelle die man zur Erfrischung und zum auftanken seines Aquapacks nutzen kann.

In Nax angekommen geht es durch den Ort weiter Richtung Pramagon. Der Trail endet ganz unten an der Rhone.

Der obere Abschnitt des Trails ist ein wenig technisch, zum Teil etwas felsig verbloggt. Nach ca. 10-15 Minuten unterschreitet man die Baumgrenze und der Trail wir immer flowiger. Gelegentliche Wurzelpassagen und kleinere Drops, aber keine Stellen die den Flow brechen. Zudem war ich auf dem Trail Ende August völlig alleine unterwegs. Nur beim Aufstieg sind mir eine Hand voll Wanderer entgegen gekommen.

Das Wallis ist für Mountainbiker ein traumhaftes Bikeparadies. Gondeln sind für Mountainbiker offiziell zugänglich, Webbeschreibungen gibt es auch speziell für Biker. Obwohl die Schweiz für Zureisende sehr teuer ist, halten sich die Ausgaben in Grenzen. Die Gondeln sind sehr günstig, Zeltplatz Gebühren sich auch in Grenzen – zumindet wenn man die Preise mit den Nachbarn in Italien vergleicht.

Bikepark Enteusasten finden in den naheliegenden Parks, zum Beispiel in Verbier, übrigens auch genügend Platz zum austoben.

Flow Liebhaber sollten alle The Brazilian in ihrem Biketagebuch stehen haben. Leider war die Abfahrt lanschaftlich wenig Abwechslungsreich sonst hätte die Tour auch den 5. Stern bekommen.

 

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