Nightride zwischen Schlangen und Berglöwen

Jim ist in Los Angeles geboren und hält sich auf dem Mountainbike für seine eigentliche Leidenschaft fit: Motocross. Natürlich können die Jungs auch gut auf dem MTB, weswegen ein langes Techniktraining sicher überflüssig ist. Als wir uns in Los Angeles auf den Weg machten zum Nightride in den Santa Monica Bergen, konnte Jim seine bisherigen MTB Touren quasi an einer Hand abzählen. Dem Fahrstil entsprach das natürlich nicht.

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Auf dem Weg zum Einstieg macht mich Jim aufmerksam, dass ich beim Anhalten am besten nicht seitlich des Weges stoppen soll. Klapperschlangen halten sich meistens am Rand der Wege auf, selten direkt auf dem Weg. Jedenfalls sollte ich immer vorher den Bereich kurz ausleuchten bevor ich einen Fuß auf den Boden setze. Vor einigen Wochen hatte er eine richtig dicke Klapperschlange auf dem Weg gesehen von der man besser nicht gebissen werden sollte.

Ja, und ich hatte tatsächlich “Glück”. Kurz vor dem Einsteig hatte sich eine etwas kleinere “Raddle Snake” rechts am Weg gemütlich gemacht. Die Kleineren sind übrigens nicht ungefährlicher. Im Gegenteil. Sie sind noch unerfahren und wissen nicht wie viel Gift bei einem Biss ausreicht und hauen alles raus was geht.

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Oben angekommen lohnt sich eine kleine Verschnaufpause mit dem Blick auf das Lichtermeer von Los Angeles. Daniel (wir waren zu dritt) erzählt mir vor der Abfahrt noch von “Mountain Lions” die es hier oben gibt: “They kill you in a second!”. Als Mac User habe ich das Tier natürlich gleich vor Augen und tue die Info als “Joke” ab. Mountain Lions? Hier oben? Never…

Einige Wochen später wurde ich im San Diego Zoo eines besseren belehrt. Mountain Lions gibt es überall in Kalifornien. Auch in Los Angeles. Auch in den Santa Monica Bergen.

Nach einem kurzen Hinweis von Jim, dass hier oben auch Taranteln unterwegs sind gehts ab auf den dunklen Trail – mein erster Night Ride.

Ich hatte mangelhaftes Licht. Meine ausgeliehene Helmlampe war viel zu Steil auf den Boden gerichtet – keine Fernsicht. Der Trail bestand fast ausschließlich aus staubigem Geröll und Schotter. Absolut ungewohntes Terrain für mich. Schotter bin ich nie gerne gefahren. Kein Grip und man kommt schnell ins Schlittern.

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Desw. meine Bitte an Jim und Daniel etwas mäßiger zu fahren damit ich ihr Licht mit nutzen kann und mit dem Boden klar komme. Der Trail ist flowig, schnell und kurvenreich. Coole Kurven zum Heizen, in der Umgebung und bei dem Licht verlangen sie mir aber einiges ab.

Bei anspruchsvolleren Kurven erwische ich mich bei dem Gedanken, was passieren könnte wenn ich stürze. Neben “Rocks” und Dornengebüschen könnte da schon einiges an nachtaktivem Getier auf mich warten…. ….egal, weiter…

Ganz unten kurz vor Schluss hat es mich bei einem kleinen Drop dann doch noch gelegt. Ich habe ihn mit meinem Helmlicht einfach zu spät gesehen. Aber weit geflogen bin ich nicht. Nicht weit genug für unsere Nachtaktiven.

Der Ride war ziemlich schnell vorbei. Aus meiner Bitte etwas langsamer zu machen wurde übrigens nichts. Sowohl Uphill als auch Downhill “New best time, yeahh!”.

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“Wieso fahrt ihr eigentlich immer im Dunkeln?” fragen ich Jim. A) ist es am Tag viel zu heiß und B) hat er nach Feierabend ohnehin erst Zeit wenn die Familie versorgt ist. Wenn man schnell unterwegs ist und durchfährt, dann braucht man sich keine Sorgen um “Raddle Snakes” oder “Mountain Lions” zu machen. Stürze sollte man halt so gut es geht vermeiden…

Wer in LA sein Bike dabei hat und den Trail fahren möchte, kann sich gerne bei mir melden. Auf Nachfrage schicke ich euch gerne den GPS Track.

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