Vulkanbesteigung: Der Rinjani auf Lombok

  • Bewertung: ★★★½☆
  • Streckendetails: 3760HM/40km, 3 Tage – Tag 1: 1700HM, 10km, ca. 7 Std. inkl. Pausen, Tag 2: 2050HM, 20km, ca. 15h inkl. Pausen, Tag 3: Abstieg, 9km, ca. 9Std. inkl. Pausen, Link: GPS Track + Höhenprofil
  • Schwierigkeitsgrad: T3. Wege zum Großteil nicht an Abhängen und relativ gut begehbar, dennoch gibt es einige Stellen zu begehen die Schwindelfreiheit voraussetzen. Beim Abstieg zum Kratersee hohes Gefahrenpotenzial durch feuchtnasse Wege und keine Sicherungen. Laut den Guides sterben hier jährlich Touristen. Technisch ist die Tour jeodch nicht sehr anspruchsvoll. Sehr gute Kondition ist auf dieser Tour dingend erforderlich. Man sollte keine Probleme mit starken Temperaturschwankungen haben.
  • Tourcharakter: Konditionell herausfordernde Tour mit vielen Höhenmetern. Neben hügeligen Wiesenlandschaften und zum Teil felsigen Auftiegen geht es auch durch feuchtwarme tropische Wälder und zu einer kargen Gipfelbesteigung.
  • Ausgangspunkt: Rinjani Trekking Center (südlich von Bayan) oder je nach Anbieter Start am anderen Ende südlich von Sajang.
  • Karte: -
  • Einkehr: Bei Pausen werden regelmäßig Speisen von den Trägern zubereitet.
  • Abkürzungsmöglichkeiten: Nach der Gipfelbesteigung zurück zum Einstieg. Laut Guides gibt es ansonsten keine Abkürzungen.
  • Übernachtungsmöglichkeiten: Die Träger haben Zelte und Zubehör dabei. Bases werden an entsprechenden Positionen auf der Tour errichtet.
  • Tipps: Tour nicht direkt in Sengiggi buchen sondern im landesinneren bzw. direkt im Rinjani Touristcenter. Wasserreinigung einpacken. Kunstfaser Bekleidung bevorzugen, da diese schneller trocknen. Merinowolle wurde nicht ausreichend trocken während den kurzen Ruhepausen. Evtl. Energieriegel einpacken – unterwegs gibt es nur! Kekse. Warme Kleidung einpacken! Auf der Tour kann es bis zu 0° haben (Gipfel). Evtl. ein zweites Paar leichte Schuhe – ein großteil der Tour besteht aus leichten Wanderwegen – diese lassen sich mit leichten Schuhen leichtfüssiger bewandern. Stirnlampe einpacken – die Gipfelbesteigung findet im dunkeln statt. Wer einen leichten Schlaf hat, sollte Ohrenstopfer einpacken.
  • Hunde tauglich: Ja
  • MTB tauglich: Mit vielen Tragepassagen, vor allem auf den Gipfel. Ansonsten sind die Downhills sehr anspruchsvoll zu fahren (sehr steil).
  • Weiteres: Die Tour kann für konditionell schwächere auch auf eine Woche ausgedehnt werden. Informationen gibt es im Rinjani Trekking Center.
  • Datum der Wanderung: 02.08.2010 – 04.08.2010


Temperaturschwankungen von 7° bis 30°. 3800 Höhenmeter in 2 Tagen. Hygienische Umstände grenzwertig. Gipfelbesteigung im dunkeln. Tourstart 3:00 morgens. Verantwortungslose Guides. Keine Details oder Aufklärung zu Tourabschnitten. Zelten bei 5° auf rudimentären Isomatten. Ungesicherte, risikoreiche Passagen. Aktiver Vulkan, letzte Eruption 09.05.2010

Wer jetzt nicht abgeschreckt ist, der kann sich auf ein großes Abenteuer auf der Nachbarinsel Balis freuen: Die Besteigung des Rinjani Vulkans auf der Insel Lombok in Indonesien.

Eine Rinjani Besteigung lässt sich sicher auch durch einen örtlichen Reiseanbieter komplett organisieren. Meine Frau und ich managen unsere (Rucksack)Reisen immer spontan vor Ort und lassen uns dabei auch gerne überraschen. Sicher ist das anstrengend, aber wer gerne Land und Leute kennenlernt und auch mal hinter die Kulissen schauen möchte, für den lohnt sich die Investition.

Direkt nach Ankunft auf dem Flughafen in Kuta sind wir mit dem Taxi weiter nach Sanur. Um nach der anstrengenden Reise direkt einchecken zu können, haben wir die Übernachtung bereits von zuhause aus gebucht. Nach unserem ersten balinesischen Essen direkt am Strand ging es den nächsten Tag weiter nach Padangbai, von wo aus man mit dem Schiff oder Speedboat zu den Nachbarinseln gelangt. Heute hätten wir die erste Übernachtung gleich in am Hafen vor Ort gebucht. Die Anreise dauerte mit dem Taxi 1,5 Stunden, wer bereits am Hafen ist, erspart sich den Wecker um 6:00 Uhr am ersten Urlaubstag. Daneben lohnt sich der Aufenthalt in Padangbai für einen Tag. Am besten bereits von zuhause aus im Topi Inn buchen. Vor Ort hat man in diesem von Niederländern geführten Hostel meist keine Chance mehr auf ein Zimmer. Eine sehr gute Küche, tolle Musik und ein paradiesisches Ambiente – wie geschaffen für den ersten Tag. Andere Übernachtungsmöglichkeiten in Pdangbai haben uns nicht überzeugt.

Am nächsten Tag geht es per Speed Boat weiter nach Lombok. Inkl. Transfer ab Sanur, zahlen wir für die Überfahrt, anstatt den ausgeschriebenen 650k Rupiah (55€), 400k Rupiah (33€) pro Person. Zwei mitreisende zahlten für ein two-way (gleicher tag) Ticket 470k (40€) pro Person. Wer Zeit hat, kann alternativ mit dem Public Boat überfahren. Die Tickets kosten einen Bruchteil vom Speedboat Ticket und auf Deck hat man die Möglichkeit einen tollen Ausblick auf das Meer zu genießen inkl. Liegestühle zum relaxen. Wer Glück hat, den begleiten unterwegs Delphine, die sich bei gutem Wetter gerne mal blicken lassen. Auch wenn der Zeitplan eng gestrickt ist und Einheimische von dieser anstrengenden Reise eigentlich abraten, sollte man das Public Boat zumindest für den Rückweg einplanen – schon die Anreise zum Hafen mit dem kleinen Shuttlebus ist ein Erlebnis.

Vor der Abreise nach Lombok sollte man für ausreichend Bargeld sorgen, da es auf Lombok sehr wenig Möglichkeiten gibt an Rupiah zu kommen. Im Landesinneren hat man keine Chance zu wechseln. Von Sengiggi aus gibt es im einem Nachbarort ein ATM, allerdings in die entgegengesetzte Richtung zum eigentlichen Ziel Senaru. Zu zweit sollten 3 Mio. Rupiah (250€) ausreichen – 2.4 Mio. für die Tour und 600k Transfer & Taschengeld.

Nach 2,5 Stunden mit dem Schnellboot erreicht man die Küste Lomboks. Von Senggigi aus mit dem Taxi nach Senaru (südlich von Bayan, 2 Stunden, 250k Rupiah/21€) zum Rinjani Tourist Center. Man kann davon ausgehen, dass so gut wie alle Fahrer vor Ort mit einem Rinjani Touranbieter zusammen arbeiten. Wir haben uns, wie im Reiseführer vorgeschlagen, ausdrücklich zum offiziellen Trekkincenter bringen lassen. Augenscheinlich ist das Tourist Center in Emy ´s Cafe integriert, das beweisen auch die angebrachten Schilder “Official Tourist Center & Emy ´s Cafe “. Der Cafe-Besitzer und Chef des “Touristencenters”, der sich übrigens selbst Hardy Krüger nennt (und so auch auf Quittungen unterschreibt), bestätigte uns die Authentizität (3 Tage später, beim Ende unserer Tour, kamen wir am eigentlichen offiziellen Trekking Center vorbei, welches sich südlich von Senaru befindet). Hardy erklärte uns die Tour, zeigte uns unsere Zimmer und versorgte uns mit Bier und Reisgerichten. Ohne zu handeln haben wir ein 1.45 Mio. Rupiah (123€) Tourpaket für 1.2 Mio. (100€) angeboten bekommen. Inbegriffen waren Übernachtung zum Tourtag inkl. Frühstück, Übernachtungsequipment, Träger und Verpflegung auf der Tour und der Rücktransport zum Hafen – demnach all ink. Nach der anstrengenden Anreise buchten wir die Tour, waren zufrieden und freuten uns auf den kommenden Tag.

Nach Banana Pancake und Lombok Coffee geht es am mit dem Pick Up zum Einstieg der Tour. Jeder wird vor Beginn mit einer Flasche Wasser ausgerüstet. In den ersten Stunden kann sich die Muskulatur auf die Torturen der nächsten Tage vorbereiten – es geht gemächlich über hügelige Wiesenlandschaften. Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit und ca. 30° kreuzt man gelegentlich versteinertes Lava, überquert Schluchten und Brücken. Kurze Pausen mit Keksen und Wasser gibt es regelmäßig. Nach ca. 2,5 Stunden gibt es die erste große Pause bei dem die Träger, die auch zugleich die Köche sind, die erste warme Mahlzeit zubereiten. Auf offenem Feuer wird ein Reis- Gemüsegericht zubereitet. Jeder erhält eine wirklich anständige Portion die dann auch für die nächten Stunden bitter benötigt werden.

Nach ca. 1,5 Stunden Pause hat man einen 5 bis 6 stündigen Aufstieg vor sich der es in sich hat. Sehr steil geht es auf wurzeligem, sandigen Boden permanent sehr steil nach oben. Wir wandern den Aufstieg mit weiteren Gruppen anderer Anbieter ab. Bei dieser ersten Prüfung zeichnet sich für manche bereits das Ende der Tour ab. Unsere Gruppe blieb vollständig. Sogar unsere holländischen Freunde, die sich ohne spezielles Equipment und die Dame mit 10€ “Flughafen-Schläppchen” in die Tour stürzten, gingen überrascht leichtfüßig den Berg nach oben. Wir hatten es mit unseren hohen Wanderschuhen nicht einfacher. Trotz Training und gutem Equipment wurden wir von “Nichtwanderern” und nicht wirklich gut ausgestatteten holländischen Kollegen in Grund und Boden gewandert. Wir verstehen das heute immer noch nicht so ganz.

Oben angekommen sind es ca. 30min bis zum Basecamp am Fuße des Rinjanis. Da die Träger in Flip-Flops! das Basecamp bereits zuvor erreicht haben, sind Zelte bereits aufgebaut – erste Feuer brennen schon. Am Basecamp auf ca. 2500 Meter ist es sehr kühl. Komplett durchgeschwitzte Kleidung wird nur schwierig trocken – hier punktet der, der genügend Kleidung eingepackt hat – im besonderen für die folgende 5° Nacht. Das Basecamp wird von weiteren Gruppen genutzt. Den Platz nutzen ca. 70 – 80 Personen. Nach einer kleinen Stärkung geht es ins Zelt. Jetzt heißt es schlafen bei 5° und eine Isomatte die man sich eigentlich auch sparen könnte. Wer nicht ausreichend Kleidung eingepackt hat und die Nacht frierend verbringt, dem fehlt der Kräfte spendende Schlaf für den kommenden Aufstieg ab 3 Uhr morgens.

Aus dem Tiefschlaf gerissen geht es direkt zum Lagerfeuer bei dem man einen Kaffee in die Hand gedrückt bekommt. Frühstück gibt es keines. Alles geht ziemlich zügig voran – der Gipfel soll zum Sonnenaufgang erreicht werden. Das Headlite angezogen, geht es auf Schotter zwei Schritt nach oben, einen Schritt nach unten. Jetzt geht es nur noch um den Gipfel. Die Gruppen vermischen sich und bilden sich anhand der Aufstieg-Geschwindigkeit neu. Der Kopf ist ständig auf den Boden gerichtet, damit man den Weg erkennen kann. Gudies versorgen beim Aufstieg mit Keksen und unterstützen Schwächere mit dem Tragen ihrer Rucksäcke. Es wird immer steiler, kälter und der Schotter wird immer loser. Extrem kräftezehrend. Auch hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Wir schaffen es, fast schon unter Qualen, nach ca. 3,5 Stunden auf den Gipfel und können bei Temperaturen um den Gefrierpunkt eine tolle Aussicht bei Sonnenschein genießen.

Abwärts sind wir froh über unseren hohen Schuhe. Andere leeren regelmäßig ihr Schuhe vom Schotter. Für uns eine Gelegenheit unsere holländischen Freunde zu überholen! Es dauert nicht lange und sie “hüpfen” erneut an uns vorbei…

Ziemlich gerädert kommen wir im Basecamp und brauchen erstmal Ruhe. Am Ende unserer Kräfte legen wir uns ins Zelt und schlummern…. ….den Schlaf vor Augen rüttelt es am Zelt: “Daviiid, Daviiid, auf geeeehttssss, Daviiid….”…. ….der Schlachtruf unseres Guides läutet nach ca. 15 Minuten Pause die Fortsetzung der Tour ein. Weiter gehts zum Kratersee….

Der zweieinhalb Stündige Abstieg zum Kratersee ist technisch nicht sehr anspruchsvoll. Da der Weg kaum gesichert ist und durch Wolken und Nebel durchweg nass und glitschig ist, besteht an mehreren Stellen erhöhte Lebensgefahr. Laut den Guides kommt es hier jedes Jahr zu tödlichen Unfällen. Unser Guide Ari, der wohl einen neuen Tourrekord aufstellen wollte, war bereits zum Anfang des Abstiegs nicht mehr zu sehen. Guides anderer Gruppen zeigten hier mehr Verantwortung und gingen Stets am Ende der Gruppe. Wer Probleme hat, muss lediglich warten um Hilfe vom Guide zu bekommen. Ari war stets ganz vorne unterwegs. Wir haben ihn meistens nur beim Start und am Ziel der einzelnen Etappen zu Gesicht bekommen.

Am Kratersee angekommen hat man die Möglichkeit ein wohltuendes Bad in einer Vulkanquelle zu nehmen. Das Wasser hat Badewannentemperatur und wirkt wie Balsam für die geschundenen Knochen. Unter Wasserfällen kann man sich seinen Rücken massieren lassen. Das Wasser hatte wohl tatsächlich eine Art heilende Wirkung. Rob, unser Tourkollege aus Canada, hatte nach der Wellnessstunde keine Knieprobleme mehr und konnte wieder mit uns Schritt halten.

Nach dem Quellenbad gab es eine ausgedehnte warme Mahlzeit und eine angenehme Stunde Pause. Wir hatten noch 4 Stunden vor uns – 2,5 Stunden davon reiner Aufstieg durch zum Teil feuchtwarme Wälder, felsigen Kletterpassagen und seilgesicherten Stellen. Unglaublich wie sich unsere Guides hier mit Flip-Flops durchkämpfen.

Nach sage und schreibe 15 Stunden sind wir am finalen Camp angekommen. Natürlich waren unsere holländischen Freunde bereits seit einer Weile im Ziel. Wir waren alle ziemlich gezeichnet von den Strapazen von 3 Uhr morgens bis zur Dämmerung am Abend. Nach einer warmen Mahlzeit ging es ins Zelt. Licht aus. Schlafen.

Am nächsten Morgen war unser Camp von Affen umrungen, die sich über kleine Bananenspenden gefreut haben. Wir wunderten uns über ein hoch gestelltes Zelt und fragten bei den Guides über Sinn und Zweck nach. Es diente als Toilette, da das Gebiet wohl aktuell ziemlich schlangenverseucht sei. Unser Guide Ari hatte uns diese Info am Abend leider vorenthalten.

Beim letzten Tourabschnitt geht es durch dichten Tropenwald, von dem wir uns auf der Tour mehr gewünscht hatten. Die erste kühle Coke vor Augen hatten wir in den letzten Stunden sehr viel Spaß beim Abstieg. Eine tolle Erfahrung wie eine Gruppe zusammen wächst wenn man drei Tage gemeinsam durch dick und dünn gegangen ist. Beim Unterhalten fiel uns plötzlich ein tiefer uriger Schrei aus dem Wald auf. Ari beschrieb uns einen dunklen, wendigen Affen – das muss ein Schimpanse sein. Der Affe begleitete uns eine Weile durch die Wälder, wir hatten sogar Glück und konnten ihn kurz sehen als er zwischen den Bäumen umher schwang – tatsächlich, ein Schimpanse. Ein tolles Erlebnis so ein Tier in freier Wildbahn erlebt zu haben.

Unten angekommen gibt es einen kleinen Shop bei dem man sich mit ersehntem zivilisiertem Schnick Schnack eindecken kann. Eine kühle Coke zauberte ein breites Grinsen in unsere Gesichter.

Zu Emelys Caffe war es nicht mehr weit. Zu Fuß waren wir in 20 Minuten im Caffe. Hardy begrüßte uns und checkte den Rücktransport. Da wir nicht alle das gleiche Ziel hatten, verabschiedeten wir uns von Kanadier Rob, den zwei Tschechen und unseren holländischen Freunden. Wir kannten uns nur drei Tage, dennoch war es doch ein wenig traurig sich quasi auf nie mehr wiedersehen zu verabschieden.

Mit dem Kleinbus geht es an den Hafen in Bengsal (bei Pemenang) bei dem noch mal Durchhaltevermögen angesagt ist. Die Belagerung von Einheimischen die einem Tickets für die Überfahrt verkaufen wollen ist wirklich extrem. Hier gilt es: Hart bleiben! Vom Shuttle ist das offizielle Ticketoffice keine fünf Minuten entfernt. Direkt am Strand ist es nicht zu übersehen. Am Ticketschalter sind alle Preise auf Tafeln einsehbar. Am besten man tut sich mit ein paar Travellern zusammen und chartert eine eigene Überfahrt. Die Boote fahren sofort los und man erspart sich langes anstrengendes warten auf ein Boot bei dem man nie so genau weiß wann es erscheint. Nach 1,5 Stunden Wartezeit tauschten auch wir die Public-Transfer-Tickets um und haben ein oder zwei Euro mehr in ein gechartertes Boot mit Handkuss investiert.

Die Rinjani Besteigung ist ein Abenteuer, dass man in seinem Leben nicht mehr vergessen wird. Abwechslungsreiche Flora und Fauna sowie eine exotische Orga und Verpflegung machen diese Trip wirklich zu einem speziellen Erlebnis. Auch wenn Hardy nicht der offizielle Trecking Tour Anbieter war und Ari nicht der verantwortungsvollste Guide, wir würden die Tour heute genau so planen wie in diesem Sommer. Alles in allem was es eine sehr schöne Zeit und ein Erlebnis bei wir um wieder ein Stück reicher an begeisterter Outdoorerfahrung wurden.

Leider hat die Tour auch eine Kehrseite der Medaille. Auf diesen Punkt möchte ich nochmals in einem weiteren Abschnitt eingehen.

Die Kehrseite der Rinjani Medaille

Auf der gesamten Rinjani Tour besteht erhöhte Lebensgefahr. Erhöhte Lebensgefahr besteht im Prinzip auf jeder Hochtour, bei der Rinjani Tour würde ich diese jedoch speziell erhöht bezeichnen.

Wie bei vielen Dingen in Südostasien läuft die Tour(organisation) nicht so wie wir es in den meisten westlichen Ländern gewohnt sind. Vor der Tour gibt es von den Guides oder dem Veranstalter so gut wie keine Detailinfos zur Tour. Flyers werden zwar ausgelegt, passen aber so gar nicht zur Tour. Wenn man Infos möchte, muss man sich diese aktiv einholen – aber auch dann ist nicht gesagt, dass man korrekte Infos erhält. Angaben zu zurücklegenden Höhenmetern, Länge der einzelnen Tourabschnitte oder gar Schwierigkeitsgrade erhielten wir keine. Den Organisator interessiert weder die Erfahrung noch das Equipment der Teilnehmer. Die Gruppen werden nach Sprache eingeteilt, nicht nach Erfahrung und/oder Alter. Ein guter Guide ist Glückssache. Wir hatten nicht so viel Glück und hatten einen Guide der auf Rekordjagt war. Gesehen haben wir ihn beim Starten der Tourabschnitte und im Ziel. Manch andere Guides gingen stets am Ende der Gruppe, so dass jeder Problemlos durch einfaches abwarten hätte Hilfe bekommen können. Bei weniger guten Guides besteht quasi keinerlei Verantwortungsbewusstsein.

In Südostasien sollte man generell nicht zu empfindlich sein was die Hygiene oder Sauberkeit angeht. Die Idylle auf der Rinjani Tour wird leider durch zum Teil starke verschmutzte Basecamps deutlich gestört. Plastiktüten, Folien, Tempos und allerlei Kram zeichnet das Bild rund um Zelt- und Rastplätze. Noch etwas härter ist die Toilettensituation. Es bestehen zwar Toiletten bei den Basecamps, jedoch sind bei den meisten Metallhäuschen die Türen entfernt. Sie dienen Feuerstellen zum Schutz vor Regen. Demnach wird jeder kleine Weg, jeder nicht weit entfernte Busch oder Baum als Toilette benutzt. Sehr unangenehm.

Kurz gesagt fehlen auf dieser Tour die gewohnten detaillierten Infos, die gewohnte Sicherheit und letztendlich auch eine gewisse Sauberkeit für eine angenehmen Idylle. Für Asienreisende dürfte dies jedoch aber keine Neuigkeit sein.



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