3 Seen Bergwandertour in den Vogesen (Elsass)

  • Bewertung: ★★★★★
  • Streckendetails: ca. 1100HM, 23km, ca. 7 Std. ohne Pause, Höhenprofil, GPS-Track
  • Schwierigkeitsgrad: T2. Tour für geübte Bergwanderer mit guter Kondition. Trittsicherheit aufgrund stark felsiger und zum Teil feuchtnassen Abschnitten.
  • Tourcharakter: Sehr abwechslungsreiche Tour über Forst- und Wiesenwege, sowie anspruchsvollen längeren felsigen Abschnitten die durch querende Bäche sehr rutschig werden können. Auf dem Rundwanderweg ist die bereits abgewanderte Strecke von gegenüber oftmals zu sehen – toll!
  • Ausgangspunkt: Parkplatz Steinabruck, zw. Metzeral und Mittlach. Kleine Brücke von Hauptstraße ab überqueren, Parkplatz auf der rechten Seite.
  • Karte: Club Vogesien, Carte N°6/8 oder vor Ort 3618OT Le Hohneck, Gerardmer, La Bresse
  • Einkehr: Kastelbergwasen, Hohneck, Schiessroth
  • Abkürzungsmöglichkeiten: Ab Kerbholz blauer Raute folgen direkt zur Einkehr Kastelbergwasen. Zeitersparnis ca. 1:45Std, 5km, 200HM.
  • Übernachtungsmöglichkeiten: Zeltplatz Mittlach, Hotel Restaurant Valneige
  • Tipps: Außerhalb des Hochsommers Handschuhe mitnehmen, da es in höheren Lagen sehr kalt werden kann. Auf Honeck lag Mitte Mai noch Schnee. Da zum Teil starker Wind außerhalb der Sommermonate ist eine Kopfbedeckung ebenfalls empfehlenswert.
  • MTB tauglich: Nein. Zu felsig, zu viele Tragepassagen.
  • Weiteres: Für sportliche Hunde geeignet. Regelmäßig kreuzende Bäche und angrenzende Seen bieten ausreichend Erfrischungsmöglichkeiten.
  • Datum der Wanderung: 22.05.2010

Ab Parkplatz Steinabruck geht es zum Einstieg auf einen lockeren Forstweg entlang des GR5 Wanderweges Richtung Lac Fischboedle dem man an der ersten Abzweigung links folgt. Bereits auf den ersten Streckenabschnitten können die Vogesen in vollen Zügen genossen werden. Vorbei an Kuhwiesen und kleinen französischen Bauernhäuschen, geht es über zum Teil felsige Pfade ins Gebirge.   Nach einem ersten anstrengenden Streckenabschnitt geschmückt mit Wasserfällen und Bachbrücken bietet sich bei Lac Fischboedle ein Schutzhaus am See für eine erste kurze Pause an.

Von dort aus geht es wieder zurück auf den oberen Abschnitt des bereits bewanderten Forstweges dem blauen Kreuz Richtung Kerbholz folgend. Auf dem Kerbholz “Gipfel” kann man nach weiteren absolvierten 300 Höhenmetern auf einer schönen Lichtung im Gewand einer grünen Wiese kurz entspannen, bevor es dem blauen Kreuz weiter folgend Richtung Lac d` Altenweiler geht.   Der See verbirgt sich nach einem kurzen Abstieg am ende des Weges, den es danach wieder zurück zu bewandern gilt um dem gelben Kreuz durch den Kastelbergwald zur ersten bewirteten Einkehr zu folgen. Vorsicht: Bei Abzweigung Tagweidle dem blauen Rechteck nach Kastelberwasen folgen, nicht links auf die Wiesen abbiegen.

Die Einkehr ist nach dieser Abzweigung in kurzer Zeit bereits von weitem auf einem Bergvorsprung zu sehen. Wer sich dort stärken möchte, sollte das nötige Kleingeld dabei haben. Ein kleines Stück Tourte (gefüllte Fleischpastete) mit etwas Salat kostete 9,50€. Nach der bereits zurückgelegten Strecke ein Tropfen auf den heißen Stein. Nichts desto trotz mundete das lauwarme, beliebte Menu der Hochvogesen vorzüglich! Wir waren vom Gericht wirklich hin und weg. Wenn man auch nicht satt wird, lohnt sich ein Stück Tourte definitiv. Was wir definitiv nicht empfehlen können, ist “das Gericht mit Käse und Kirschen”. Käse und Kirschen waren die einzigen Wörter die wir aus dem Gericht übersetzen konnten. Wir dachte das reicht gingen von leckerem Kirschkäsekuchen aus. Die Bedienung nickte nur bei Nachfrage – sie hat wohl nicht verstanden was wir eigentlich wollten. Weit gefehlt :D Serviert wurde und eine wirklich sehr spezielle Spezialität des Kastelbergs. In einem tiefen Teller fanden wir eine Art süßen sehr frischen quarkähnlichen Käse in Milchwasser eingelegt. Die Kirsche in diesem Gericht war ein scharfer Klarer Schnaps nach dem das Gericht auch “duftete”. Für uns völlig ungenießbar. Nach einem Löffel freuten wir uns auf die Balistos die wir dann als Nachtischersatz Richtung Honeck verzehrten. Netterweise wurden uns die 4,50€ pro Kopf für das spezielle Spezialgericht nicht berechnet :)

Gestärkt und aufgewärmt geht es weiter Richtung Hohneck Gipfel. Über einen schönen Bergpfad geht es zum Großteil im Anstieg bis zum Gipfel auf 1363m. Leider war bei uns alles in eine dichte Wolkendecke getaucht weswegen wir praktisch Null Sicht hatten. Weiter abwärts war es wieder viel aufgelockerter und man konnte die bereits bewanderte Strecke auf der anderen Seite besichtigen.   Nach kurzer Zeit ist die letzte Einkehrmöglichkeit bei Schiessroth erreicht, die wohl auch bei den Franzosen sehr beliebt ist. Im Lokal wurde feucht fröhlich gesungen und geklatscht :) Nicht für uns denn wir wollten den Berg noch im Hellen verlassen. Weiter geht es über eine Kuhweide auf einem Serpentinenweg bis zum See Schiessrothried.

Im letzten Teil der Tour wird nochmals parallel zu Bächen über Forstwege dem Abschluss der Tour entgegengefiebert. Die letzte Stunde gestaltet sich angenehm, da sie ausschließlich über einen gut ausgebauten Forstweg zum Parkplatz führt. Nachdem man wieder die Gelegenheit hat die ersten Abschnitte der Tour von der gegenüberliegenden Seite zu besichtigen, findet man sich schließlich an dem Weg wieder den man beim Einsteig der Tour an der Abzweigung nach links genommen hat.

Als Übernachtung bietet sich der Zeltplatz in Metzeral an, der im Ort gut sichtbar ausgeschrieben ist und in ca. 5 Autominuten oberhalb von Metzeral liegt. Zum Teil direkt am Fluss idyllisch gelegene Zeltgelegenheiten und ordentliche sanitäre Anlagen machen den Abend perfekt. Wer nicht gern zeltet findet auch im Ort ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten. Im Hotel Restaurant Valneige gibt es eine Übernachtung im Doppelzimmer für 40,00€, Hunde erlaubt. Zu empfehlen ist hier auch das Cordon Bleu Menu mit einem der besten Cordon Bleus unserer Zeit, vorneweg ein frischer Salat – ohne Dosengemüse und abschließend ein leckeres Eis/Sorbet. Auch gute Esser müssen sich hier keine Sorgen machen satt zu werden – die Portion ist mächtig!

Leider hatten wir Mitte Mai kein Glück mit dem Wetter und waren bei Nebel und teilweise Nieselregen unterwegs. Das hatte aber auch seinen Charme, wir kamen uns zwischen Nebel, langsam tropfendem Regen und Moos überwachsenen Felsen teilweise vor wie im Amazonas. Leider wirken Bilder bei dem Wetter sehr unspektakulär. Ich hoffe ich konnte den ein oder anderen doch für die Vogesen begeistern.

Für uns eine wirklich perfekte Tour für geübte Wanderer bei der keine Wünsche offen bleiben. Sehr idyllisch und wie gemacht für eine Tour im Sommer mit regelmäßigen Erfrischungsmöglichkeiten durch schöne Seen, kristallklaren Bächen und Wasserfällen. Eine der schönsten Touren die wir bisher unternommen haben. 5 von 5 Sternen!



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