Aosta Tal: Italienische Alpen zwischen Mont Blanc und dem Matterhorn

Das Aosta Tal in den italienischen Alpen liegt perfekt eingebettet neben Europas höchsten Erhebungen, dem Mont Blanc, dem wohl bekannten Matterhorn und weiter südlich dem 4000er Grand Paradiso. Das bietet ein massiges Potential – nicht nur für sportliche Aktivitäten.

In unserer Woche in Aosta mit Hund und Kind haben wir insgesamt drei Bergwandertouren unternommen (beim Mont Blanc, Grand Paradiso, Matterhorn). Die Touren waren definitiv eine der schönsten Trips die wir bisher erlebt haben.Unsere allgemeinen Erfahrungen zum Tal gibt es hier in diesem Bericht. Die Details zu den Touren folgen in den nächsten Wochen als separater Tourbericht. Leider habe ich mich bei der ersten Tour verletzt, weswegen mein MTB Equipment umsonst mit dabei war (einige Infos zum MTB Potential gibt es hier im Bericht weiter unten dennoch).

 

Anfahrt

Von Deutschland aus erreicht man das Tal unkompliziert über die Schweiz (Basel, Bern). Der Zugang und zugleich der Grenzübergang nach Italien ist der Saint-Bernhard Tunnel (2way Ticket 39,00€). Nach ein wenig Passstraße ist man direkt im Tal. Obwohl wir mitten in der Hochsaison (Anfang August) unterwegs waren hatten wir weder beim Tunnel noch im Tal selbst Stau oder gar stockenden Verkehr.

Wer seine Aktivitäten sternförmig unternehmen möchte, für den bietet sich der Ort Aosta aufgrund seiner zentralen Lage zur Übernachtung an. Direkt angrenzende Orte, keine 10 Minuten entfernt, bieten aber auch genügend Übernachtungsmöglichkeiten. Von hier aus kommt man in maximal einer Stunde zu den drei Großen: Mont Blanc, Grand Paradiso und dem Matterhorn.



Übernachtung / Zelten

Pensionen kamen für uns nicht in Frage. In der Hochsaison sind die Preise entsprechend hoch und generell sind wir leidenschaftliche Camper. Den ADAC Campingführer zur Hand haben wir uns den Platz mit den besten Bewertungen angeschaut und sind auch gleich “eingezogen”. Der ADAC Campingführer lässt vermuten, dass es im Tal nur eine Hand voll Campingplätze gibt. Im Internet konnten wir auch keine “lange” Liste von Campingplätzen finden. Vor Ort ein ganz anderes Bild. Es gibt etliche Campingplätze im Tal, quasi in jeder kleineren Ortschaft. Wir hatten den erstbesten in Sarre ausgesucht, Camping International. Saubere sanitäre Anlagen, keine Partys, relativ günstig (all inc. 26,00€). Leider ist die Autobahn in hörbarer Nähe und ein Musicclub ebenfalls. Eine Idylle war das leider nicht, aber es war ok. Wer es einsamer und ruhiger mag: Touristen Information anfahren, eine kostenlose Aosta Karte abholen, sich über die Vielzahl der Campingplätze freuen und checken welche Campingplätze etwas außerhalb -aber doch zentral genug- in frage kommen würden.

Sehr einsam und auch interessant gelegen ist der Campingplatz in Avise. Von Aoste Richtung Sarre eine der nächsten Ortschaften. Einfach dem Ortsschild Avise folgen (geht über eine Brücke) und man stößt direkt auf den Campingplatz. Der erste Eindruck war sehr sauber und sehr ruhig. Der Campingplatz ähnelte eher einem großem Garten als einem Zeltplatz.

Trotz des italienischen Urlaubsmonats August waren auf beiden Campingplätze noch ausreichend Plätze verfügbar. Wir hatten befürchtet, dass alles überlaufen sein wird – wurden aber glücklicherweise eines besseren belehrt.

Unterwegs im Tal

Unsere Ziele im Nordosten, im Süden und im Westen waren alle ausnahmslos ohne gewaltigen Zeitverlust über die Landstraße erreichbar. Hier kann man sich ohne weiteres die Mautgebühren für die lokale Autobahn sparen. Der Verkehr war auch in der Hochsaison absolut entspannt.

Alle Parklätze vor Ort waren kostenlos. Trotz der Anreise zur Mittagszeit haben wir auch immer einen Parkplatz nähe Toureinstieg gefunden.

 

Essen & Einkaufen

Aosta hat eigene lokale Weinsorten, Käse und Schinken. Lecker schmecken die lokalen Köstlichkeiten bei der Einkehr in den Bergen. In der Altstadt hat man eine gute Auswahl an Weinläden mit lokalen Rebsorten. Lohnenswert sind auch außergewöhnliche lokale Antipastispezialitäten in der Pizzeria.

Siesta gibt es in Italien überall. Restaurants und Supermärkte haben nach dem Mittag bis zum Nachmittag geschlossen. Zum Teil gibt es sogar in den Berghütten zur Siestazeit eine eingeschränkte Speisekarte. Abendessen geht für gewöhnlich erst wieder ab 19 Uhr los.

Supermärkte haben auch an Sonntagen geöffnet.

Touren

Es versteht sich von selbst, dass dieses Eldorado ein sportliches Potential quasi ohne Grenzen bietet. Neben unendlichen Bergwanderpfaden und alpinen Gipfel-Herausforderungen gibt es beim Matterhorn für Mountainbiker einen ausgedehnten Bikepark für den die Skigondeln aus dem Winter genutzt werden können. Hier sind übrigens auch im August Skisportler unterwegs die auch im Hochsommer ihrem Hobby fröhnen möchten.

Für MTBler bietet die gesamte Region wohl ein massiges Potential. Auf unserem Campingplatz waren ganze Gruppen täglich unterwegs.

Diverse Werbungen entnahmen wir auch Angebote für Rafting- und Canonying Touren.

Die ersten Toureberichte für das Tal beschränken sich dieses mal auf familien bzw. -kraxetauglichen Bergwanderungen rund um Europas 4000er. Die Zwei Seen Tour eignet sich dabei sehr gut als Einstieg. Die Tour am Matterhorn ist schon etwas anspruchsvoller aber auch wunderschön.

Tipps rund um die Urlaubswoche im Tal

– Wer kein Italienisch oder französisch kann -> Wörterbuch mitnehmen. Oft gibt es Speisekarten nur in Italienisch. Englisch oder Deutsch wird nicht überall gesprochen. Besonders in weniger touristischen (Berg)regionen.

– Wer sparen will sollte etwas Proviant von zuhause mitnehmen. Lebensmittel sind in Italien teurer als in Deutschland.

– Kostenpflichtige Autobahnen vor Ort vermeiden. Anfahrten über die Landstraße kosten nur unwesentlich mehr Zeit und sind auch schöner zu befahren.

– Mit gefülltem Tank anreisen. Spritpreise liegen über den Deutschen, sogar über den Preisen der Schweiz.

– Das Restaurant am großen Platz der Altstadt in Aosta bietet rund um die Uhr Essen. Wer mit Baby reist und auch mal vor 19 Uhr auswärts Abendessen möchte hat hier die Möglichkeit.

– Aostas Altstadt biedet ein gutes Alternativprogramm zum Sport und der Natur. Wirklich sehenswert. Hier gibt es auch lokalen Schinken, Käse und Weine zu kaufen.

 

 

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