Osprey Atmos 25 Rucksack Apr27

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Osprey Atmos 25 Rucksack

Auf der Suche nach einem Rucksack mit lange vermissten Features, sind wir nach Recherchen auf den Hersteller Osprey gestoßen. Bei dem Atmos Modellen lassen sich die Lage der Hüftgurte auf die Rückenlänge anpassen. Die meisten Rucksäcke, wie z.B. Deuter Modelle, schieden beim anprobieren im Shop leider immer wieder aus, da die Hüftgurte bei allen Modellen über der Tallie lagen und nie direkt auf der Tallie – wo sie hin gehören.

Die Wahl fiel auf Osprey Rucksack Atmos 25, für welchen in diesem Testbericht die Erfahrungen der letzten zwei Monate erläutert werden.

Daten

Den Atmos 25 verfügt über 23 Liter in der S Version, über 25 Liter bei M und 27 Liter in der L Version. Das S Modell wiegt 1,1kg, M 1,16kg, der L 1,23kg.

Die verschiedenen Modelle sind gemäß der Rückenlänge angepasst. Personen mit einer Rückenlänge von unter 46cm sollten zu dem S Modell greifen, zwischen 46-52cm zum M Modell und alle über 52cm zum L Modell.

Der Atmos 25 ist 53,5cm hoch, 35cm breit und 31cm tief. Das Volumen ist sehr großzügig. Zum Vergleich: Zusätzlich zu zwei vollen Leitz Ordnern hat noch weiteres Equipment ohne weiteres Platz.

Ausstattung, Features

In Punkto Features kann der Osprey leider nicht ganz mit vergleichbaren Rucksäcken mithalten. Man wünscht sich mehr Fächer, mehr Reisverschlüsse, mehr Ablagemöglichkeiten. Der Atmos 25 hat ein großes Hauptfach, ein flaches Innenfach dahinter (Trinksack oder für Kartenmaterial), einen Reisverschluss oben mit den Zugriff auf die innen liegende Netztasche, vorne eine flache Tasche, quasi im Deckel des Rucksacks, seitlich eine Tasche für eine Trinkflasche und im Hüftgurt rechts und links zwei Taschen für Equipment das man griffbereit haben möchte.

Das hört sich anfangs nicht wenig an, dennoch hat man gefühlt nicht sehr viele clevere Verstaumöglichkeiten. Die obere Tasche ist sehr groß und besteht lediglich aus einem Netz das im Innenbereich des Rucksacks liegt. Die Inhalte sind hier völlig ungeschützt und durch die große Tasche entsteht auch sehr schnell Unordnung. Letztendlich ist diese Tasche kein zusätzlicher Stauraum, sondern eben ein abgetrennter Bereich vom Innenraum des Rucksacks, der über den oberen Reisverschluss zugänglich ist. Positiv ist der angebrachte Karabinerhaken an dem Schlüssel eigehängt werden können, und der wasserfeste Reisverschluss, der die Netztasche vor direktem Wasserkontakt schützt.

Der Innenbereich fällt sehr groß aus. Da der Osprey ein Frontlader ist, hat man einen sehr guten Zugriff auf alle Inhalte, ohne den ganzen Rucksack auseinander nehmen zu müssen

Die Vordere Tasche, quasi im Deckel des Rucksacks, stellt leider auch nicht den Stauraum zur Verfügung den man sich wünscht. Durch die sehr dünne Außenhülle, wird der Rucksack schnell unförmig. Lange Gegenstände neigen zum wackeln bei Bewegung. Abhilfe soll ein Spanngurt schaffen, der aber leider durch die elastische Außenhaut nicht „das hält“ was er verspricht. Wohl fühlen sich hier leichte, weichere Gegenstände, etwa eine Regenjacke oder eine Fleeceweste für kalte Zeiten.

Die seitliche Flaschentasche fällt etwas kurz aus. Kleinere Trinkflaschen finden hier jedoch durchaus gesichert Platz. Bei großen Flaschen kann man sich Abhilfe schaffen, indem man das Spanngummi der Vordertasche um den Hals der Flasche legt. Funktioniert einwandfrei. Eine Literflasche stört hier dann auch beim biken nicht.

Die flache Tasche im Innenbereich kann sehr gut für Kartenmaterial genutzt werden. Wenn ein Hydrobackpack genutzt wird, geht das zu Lasten des Volumens im großen Fach. Für den Schlauch des Trinksacks steht selbstverständlich auch ein Zugang nach außen zur Verfügung.

Die Taschen im Hüftgurt sind sehr groß ausgefallen. Für die Einen zum Vorteil, da endlich Kompaktkamera im schützenden Case griffbereit in der der Hüfttasche Platz finden. Für die anderen sind die Taschen evtl. etwas zu groß, da kleinere Gegenstände viel Spiel in den Taschen haben. Neben dem etwas hinkenden Design bei Hüfttaschen dieser Größe, kann ich mich persönlich über Hüfttaschen freuen, bei denen mal endlich Equipment anständig Platz hat. Die Taschen bestehen lediglich aus Netzmaterial, sprich Wasser und Schmutz gehen direkt auf die Gegenstände der Tasche. Maximale Belüftung fordert eben auch sein Tribut.

Apropos Belüftung: Hier spielt der Osprey sein Können aus. Jedes Teil das direkt Körper getragen wird ist aus Netzmaterial und/oder aus gelöchertem Schaumstoff. Jeder Hautkontakt kann maximal belüftet werden. Durch den Alurahmen wird der Rucksack mit Abstand zum Rücken getragen. Es besteht also kein direkter Kontakt vom Rücken zum Rucksack. Anliegend am Rücken ist lediglich, wer hätte es gedacht, ein Netz. Die Hüftgurte und die absichtlich schmal gehaltenen Anschnallriemen lassen zusätzlich maximale Belüftung zu. Genial! Dieses Feature vermeidet schnelle Schweißbildung bei Kontaktzonen zwischen Rucksack und Körper. Durchgeschwitzte Rückenpolster am Rucksack gehören der Vergangenheit an. Angenehm!

Durch die passgenauen Hüftgurte verteilt sich das Gewicht des Ospreys optimal. Da er kein Toplader ist, besteht darüber hinaus mehr Kopffreiheit, die aber leider durch den Alurahmen etwas begrenzt wird. Helme neigen dazu am Alurahmen zu drücken wenn der Kopf in den Nacken gelegt wird. Auf dem Motorrad merkt man den Alurahmen auf der Sitzbank. Ungewohnt, aber nicht stark störend.

Durch den Alurahmen steht der Rucksack auch nicht wie gewöhnliche Rucksäcke auf dem Boden, sondern muss auf dem Rücken liegen. Stehend fällt er nach vorne oder hinten um. Etwas unpraktisch.

Seitlich am Osprey befinden sich zwei Laschen in denen z.B. Wanderstücke fixiert werden können. Die zwei vorderen Laschen lassen sich zum Anlegen einer Eisaxt verwenden. Bei wem der Eisaxteinsatz eher zu den seltenen Angelegenheiten gehört, dem sollte empfohlen sich mit einem Teppichmesser von diesen zwei vorderen Laschen zu trennen – sie eignen sich optimal zum ungewollten einhängen in einem Ast beim Biken oder Wandern.

Leider fehlt dem Osprey ein integriertes Raincover, welches zum Standard z.B. bei den meisten Deutern gehört. Unverständlich. Passgenaue Covers gibt es im Handel, wobei hierbei auch gerne auf günstige Modell, passend zum Volumen des Rucksacks, gegriffen werden kann.

Die Optik

Den Osprey Atmos 25 gerät im Vergleich zu den wirklich sehr hübschen Deuter Rucksäcken ins Hintertreffen. Besonders der fehlende Toploader-Deckel lässt den Rucksack auf den ersten Blick etwas merkwürdig aussehen. Wenn kleine Gegenstände im Deckelfach untergebebracht sind, beult sich der Rucksack unschön aus. Wenn das Deckelfach leer ist, dann sieht der vordere Bereich etwas hängend aus. Die beste Figur macht der Osprey wenn eine Jacke o.ä. in der Fronttasche verstaut ist. Der Osprey ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber nicht hässlich.

Qualität

Nach zwei Monaten kann man an der Qualität des Ruckssacks keine Kritik üben. Auch nach oftmals sehr voller Beladung hat bisher jede Naht und jeder Reisverschluss, die übrigens doppelt vernäht sind, super gehalten. Sofern es in den folgenden Monaten zu Abstrichen kommt, wird der Artikel entsprechend geupdated.

Fazit

Der Osprey Atmos 25 verüfgt über Features, die man sich schon lange bei Rucksäcken gewünscht hat. Durch maximale Belüftung wird schnelle Schweißbildung im Rücken- Hüft und Schulterbereich minimiert. Auch durchnässte Rückenpolster gehören der Vergangenheit an. Ein weiteres, eigentlich bei vielen Herstellern längst überfälliges Feature, sind die angepassten Rückengrößen die optimale Gewichtsverlagerung ermöglichen.

Abstriche macht der Rucksack im fehlenden Raincover, etwas zu wenig cleveren Verstaumöglichkeiten und dem anfangs gewöhnungsbedürftigem Design.

Die anfangs genannten Top-Featrues heben den Rucksack jedoch von der breiten Masse deutlich ab weswegen man hier sehr gerne eine Kaufempfehlung aussprechen kann.


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