Haglöfs Hardshell Verte Q

Ein gutes Zeichen bei Testberichten von Kleidungungsstücken ist oft, wenn es nicht viel zu berichten gibt. Meine Frau testete ein Hardshell Frauenmodell des schwedischen Herstellers Haglöfs in den letzten sechs Monaten. Es gibt dabei wenig Anlass sich die Finger wund zu schreiben.

Haglöfs Verte Q

Haglöfs produziert Outdoorequipment bereits seit Sage und Schreibe 99 Jahren. 1914 wurde das Unternehmen in einer Holzhütte in dem schwedischen Örtchen Torsang gegründet. Ende der 1980er expandierten sie im europäischen Raum, bis dahin waren die Produkte weitgehend nur im schwedischen Raum bekannt. Das tut der Erfahrung natürlich keinen Abbruch. Bei der Verte Q braucht man sich also natürlich fast keine Sorgen machen, daß wichtige Standardeigenschaften einer Hardshell fehlen.

Und genau so ist es natürlich auch. Zwei Fronttaschen, eine Oberarmtasche, zwei Seitentaschen, große Belüftungsschlitze an den Unterarmen. Alle mit wasserabweisenden Reißverschlüssen gesichert. Die doppelte Innentasche auf der linken Seite hat einen Zugang ohne Reißverschluss und ein separates Fach mit Reißverschluss. Auf der rechten Seite ist eine weitere Innentasche ohne zusätzliches Reißverschlussfach eingenäht.

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Die Kapuze hat einen integrierten Schneefang und lässt dich oberhalb und unterhalb des Nackens einstellen. Der Schirm ist verstärkt und großzügig angelegt. Die Großzügigkeit hält zwar Witterung ab, wirkt sich aber negativ auf die Sicht aus. Für Steffi hätte es gerne auch etwas knapper ausfallen können damit die Sicht nicht zu eingeschränkt ist. Das nervt gelegentlich beim Biken und Boarden.

An der Hüfte lässt sich die Jacke durch einen Kordelzug verengen. Hier kann die Jacke übrigens beim Wintersport auch an kompatible Haglöfs-Skihosen mit Knöpfen verbunden werden. Die Ärmel können mit Klettverschlüssen entsprechend angepasst werden, damit die Jacke mit und ohne Handschuhe optimal sitzt.

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Am Hals schließt die Jacke sehr gut ab. Hier wird im Winter kein Schal benötigt. Innenliegend werden durch weiches Material unnötige Abreibungen am Kinn vermieden.

Die Verte Q besteht aus einem 75D Proof 2 Lagen Material (100% Polyester. Wassersäule 20.000mm) und ist DWR Beschichtet. DWR verspricht eine dauerhafte Imprägnierung die aber auch nicht ewig hält. Wer die Jacke länger im Einsatz hat muss hier irgendwann nachlegen.

Die Wetterbeständigkeit hat sich in den letzten sechs Monaten sehr gut bewährt. Das Material lässt keinen Anlass zur Kritik. Besonders hervorzuheben ist, dass sich die Verte Q optimal ergonomisch anpassen lässt und sehr gut an Hals, Ärmel und Hüfte abschließt. So bleibt Kälte und Nässe draußen!

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Die Verte-Q ist aus der Haglöfs Winterkollektion 2012/2013. Sie ist demnach etwas dicker ausgelegt als Shells für die Sommersaison. Insgesamt bekommt man dabei aber auch subjektiv viel Jacke fürs Geld, 775g wiegt sie in Größe M. Vergleichen kann man sie mit der aktuelle Verte Q aus der aktuellen Kollektion die 630g auf die Wage bringt. Wir würden die Verte-Q jedoch keinesfalls als reine Winterjacke sehen. Sie ist dünn genug fürs Frühjahr und gerade noch dick genug wenn die Temperaturen sich im Einstelligen Pulsbereich befinden. Kurzum ist sie quasi immer im Einsatz wenn es nicht über 15° oder unter 0° hat. Sobald es kälter wird, schlüpft Steffi doch eher in ihre alte, schwere Jack Wolfskin. Wenn man im Winter im Gebirge unterwegs ist, macht sich natürlich das Zwiebelprinzip bezahlbar, wobei die Verte Q mit entsprechenden Unterschichten auch unter Null getragen werden kann.

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Besonderen Wert legt Haglöfs auch auf recyclebare Materialien, was sie auch über einen fetten, eingenähten Sticker in der Innenseite der Jacke nochmals deutlich machen. Daneben sind die Schweden auch Mitglied von bluesign. Hierbei verpflichten sich Hersteller bei der Produktion gewisse Umweltkriterien einzuhalten.

Insgesamt können wir nur gutes über die Verte-Q berichten. Die Jacke weist bisher absolut keine Qualitätsmängel auf. Genau so wenig wie meine Haglöfs Pro-Shell die ich schon mehrere Jahre im Einsatz habe. Wir würden jederzeit wieder zu einer Haglöfs-Hardshell greifen.

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