Großer Laufshirt-Test

Zu Outdoor- und Bergsport gehört auch immer eine gewisse Basis-Fitness für die man optimalerweise mehrmals die Woche Ausdauer und Muskeln trainiert. Laufen gehört deswegen für mich zum wöchentlichen Ritual um mich körperlich fit zu halten und in den Bergen nicht zu früh schlapp zu machen.

Ich testete in den letzten Wochen 9 Laufshirts in unterschiedlicher Kombination von Material und Features. Dabei beleuchtete ich das subjektive Tragegefühl und die Eigenschaften des entsprechenden Materials.

Ein guter Überblick der euch bei der Auswahl des nächsten Laufshirts unterstützt.

Nike, Adidas, Gore, Asics, Nike, La Sportiva, Puma, Super Natural, Icebreaker

Das Testumfeld

Das Fitnesscenter Fit-in in Karlsruhe stellte mir optimale Bedingungen für den Testbericht zur Verfügung. Der Club verfügt über ausreichend Laufbänder vom gleichen Typ und vor allem klimatisierte Trainingsräume in denen immer die gleiche Temperatur herrscht. Alle Shirts wurden für eine Stunde auf dem Laufband getestet: 40 Minuten mit ca. 125bpm Puls, 18 Minuten mit ca. 140bpm und 2 Minuten mit ca. 165bpm. Nach jedem Lauf wurde das Shirt im Umkleideraum fotografiert.

Neben optimalen Testbedingungen konnte das Fitness Center auch mit den kompetenten, freundlichen Angestellten und High-End Trainingsgeräten überzeugen. Übrigens: Für Eltern junger Kinder gibt es einen Spielraum in dem sich die Kleinen austoben können während die Eltern sich an den Geräten oder bei einem Kurs auspowern. Super!

Für den Trocknen-Test wurden die Shirts in der Waschmaschine gewaschen und mit 1200 U/Min geschleudert und bei Zimmertemperatur zum Trocknen aufgehängt.

Tabellarische Übersicht der getesteten Shirts + Features und weitere Details:

Laufshirt Tabelle

Das Material

Klassische Laufshirts bestehen aus Polyester. Die Faser trocknet sehr schnell und ist leicht – optimal für Bekleidung im Fitnessbereich. Bei einigen Shirts wird Elastan beigemischt die den Stoff etwas flexibler machen. Gerade bei eng anliegenden Materialien unterstützt Elastan beim an- und ausziehen wobei der Stoff weniger schnell reißt. Seltener findet man die Beimischung von Baumwolle zu Polyester. Baumwolle wirkt sich positiv auf das natürliche Tragegefühl der Shirts aus (siehe Nike Vaportouch).

Einmal durchgeschwitzt müssen Polyester Kleidungsstücke direkt in die Wäsche. Der Kalte Schweiß riecht schnell sehr unangenehm. Hier punkten natürliche Stoffe wie z.B. Merinowolle (siehe Icebreaker) oder die Cocona Faser (siehe La Sportiva) die eine antibakterielle Wirkung haben und den übel riechenden Geruch neutralisieren. Die Kleidungsstücke können so ohne weiteres mehrere male bei Sport zum Einsatz kommen.

Nachhaltigkeit

Alle Hersteller im Testumfeld produzieren die Shirts unter gewissen Umweltstandards wir z.B. bluesign. Versuche das Thema in den Testbericht zu integrieren sind schnell ausgeufert und hätten den Rahmen dieses Blogbeitrages deutlich gesprengt. Welcher Standard garantiert was? Wie sehen regelmäßige Audits aus? Welche Auflagen haben die Hersteller? Betrifft das auch die Zulieferer? Wie sieht es mit dem ökologischen Fußabdruck bezüglich des Wasserverbrauchs und Treibhausgas aus? Und so weiter und so weiter…

Umweltstandards sind nicht immer sehr Transparent und leider bekommen wir durch die Medien viel zu oft Hiobsbotschaften serviert, dass z.B. Öko eigentlich gar nicht so Öko ist wie das grüne Logo suggeriert. Was wir konkret selbst zur Nachhaltigkeit beitragen können, ist die Kleidung weniger zu waschen. Das ist nur durch den Einsatz von entsprechendem Material oder Fasern möglich wie es z.B. Icebreaker oder La Sportiva einsetzt.

Ich bin gespannt ob große Hersteller wie z.B. Nike irgendwann ein gewisses Geschäftsfeld entdecken und anstatt Baumwolle Merinowolle zu Polyester beimischen. Wie es supern.natural hier im Test gezeigt hat, wirken sich 50% Merinowolleanteil komplett geruchsneutralisierend aus. Nikes Vaportouch Tailwind Shirt wäre in dieser Kombination wohl die Eierlegende Wollmilchsau.

Pulslog, Shirt, Schweißtest

Adidas Adizero

Das Shirt mit den drei Streifen trägt sich wie ein klassiches Laufshirt. Es liegt relativ eng an und klebt nach ersten Ausdünstungen mit dem Polyesterstoff auf der Haut. Das klingt nicht sehr angenehm, sollte für Läufer aber nichts ungewöhnliches sein. Nach einer Stunde auf dem Laufband ist das Shirt vorne und hinten bis unter den Brustbereich nass. Im Schweißtest schneidet das Shirt jedoch am besten ab, was sicher dem leichtem Gewicht und den Ventilationszonen von ClimaCool zu verdanken ist. Die Ärmel sind feucht aber nicht komplett durchgeschwitzt. Insgesamt konnte ich kein Reiben oder ähnliche negativen Dinge beim Tragen fest stellen. Das ist wohl “ForMotion” zu verdanken. Adidas verspricht dabei, dass sich das Shirt den natürlichen Bewegungen des Körpers anpasst und für eine bessere Passform sorgt.

Für schlechte Lichtbedingungen sind reflektierende Parts am Shirt angebracht. Weitere Features wie z.B. ein Täschchen für die Unterbringung des Hausschlüssels oder ähnliches gibt es nicht.

Das subjektive Tragegefühl ist gut. Der Stoff liegt -trocken- angenehm auf der Haut. Das Design entspricht meiner Meinung nach dem Puls der Zeit.

Mit dem geringsten Gewicht im Testumfeld ist es nach dem Waschgang auch am schnellsten wieder trocken.

 
Pulslog, Shirt, Schweißtest

La Sportiva Peak T-Shirt

Der italienische Hersteller schickt ein Shirt mit einer Cocona Faser ins Rennen. Die spezielle Faser wirkt durch Aktivkohleteilchen aus Kokusnussschalen im Material antibakteriell und bringt sogar einen Sonnenschutzfaktor von UPF 50+ mit. Laut Hersteller soll die Faser den Schweis großflächig im Stoff verteilen um so bis zu 50% schneller trocknen zu können.

Das Shirt verteilt den Schweis in der Tat sehr großflächig. Nach einer Stunde Laufband ist das Shirt vom Hals bis unter den Bauch nass. Auch die Ärmel sind auch nicht mehr trocken. Das mehr Fläche die Verdunstung begünstigt klingt logisch. Der Nachteil dabei ist, dass man nach nach entsprechender Anstrengung bald bei komplett nasses Shirt an hat.

Eine Überraschung ist der Effekt des antibakteriellen Materials. Nach dem das Shirt durchnässt war, konnte man nach dem Trocknen quasi keinen kalten Schweißgeruch mehr feststellen. Das schont die Umwelt, da dass Shirt nicht nach jedem Lauf in die Wäsche muss. Praktisch auch für längere Trekkingtouren bei denen man gerne Gewicht spart und Bekleidung auch mal mehrere Tage trägt. Der Bergsportler weiß auch den Sonnenschutz zu schätzen für Gebiete in denen Bäume keinen Schutz vor der Sonne bieten.

Das Shirt reiht sich mit 90g in die 100% Polyester Leichtgewichte ein und ist 10 Minuten später trocken als der Adidas Konkurrent.

Das Peak Shirt trägt sich sehr angenehm, ist eng geschnitten und auch der Look ist sehr erfrischend. Falls man im Netz bestellt, kann man gerne eine Größe größer bestellen, da es recht klein ausfällt.

Pulslog, Shirt, Schweißtest

Nike Dri-Fit Vaportouch Tailwind Cool SS

Nike mischt seinem Dri-Fit Modell 15% Baumwolle bei und eliminiert damit das Polyester Feeling auf der Haut fast vollständig. Auch optisch kann das Shirt auch ohne weiteres im Büro oder im Biergarten getragen werden – es fällt nicht als Laufshirt auf und wirkt trotzdem sehr sportlich. Erst wenn man genau hinschaut, sieht man stecknadelgroße Löcher im Shirt die für eine zusätzliche Belüftung sorgen. Natürlich hat Nike auch alle Laufshirt Elemente wie z.B. Belüftungsschlitze oder verstärkte Schulternähte für erhöhten Tragekomfort mit an Board.

Es scheint als hätte Nike beim Tailwind an alles gedacht: Wer bei Dämmerung oder sogar im Dunkeln läuft, freut sich über Reflektoren am Shirt. Läufer die mit Musik laufen können die Kabel des Kopfhörers durch die “Kabelmanagement-Schlaufe” im Nacken leiten. In der kleinen Reißverschlusstasche hinten rechts kann z.B. der Hausschlüssel sicher aufbewahrt werden – praktisch. Der verlängerte Saum am Rücken soll für mehr Schutz sorgen – mehr Schutz vor was?

Nach einer Stunde Laufband ist das Shirt nahezu vollständig verschwitzt, inkl. Ärmel. Bis das Shirt komplett getrocknet ist, vergehen 115 Minuten im Test. Im Mittelfeld bewegt sich auch das Gesamtgewicht mit 145g.

Insgesamt trägt sich das Shirt überdurchschnittlich angenehm. Die Mischung aus Polyester und Baumwolle ist einfach klasse. Mit dem alltagstauglichem, sportlichen Design und den vielen Features erhält man mit dem Touch Tailwind ein klasse Laufshirt.

Pulslog, Shirt, Schweißtest

Puma CR Graphic Logo S/S Tee

Das Puma Shirt wirkt vom Stoff her minimalistisch und sehr leicht. Durch den sehr dünnen und mit kleinen Löchern stark belüfteten Stoff kühlt das schweißfeuchte Shirt wenn es auf der Haut liegt sofern ein wenig Wind geht. Das ist mir im Vergleich zu den anderen Shirts bei diesem Modell besonders aufgefallen. Das Shirt ist für mich demnach die erste Wahl wenn es bei hohen Temperaturen zu einem Lauf geht.

An stark transpirierenden Bereichen habt Puma Mesh Gewebe integriert. An der Rückseite sind Reflektoren angebracht die den Läufer bei Dämmerung oder Dunkelheit sichtbar machen.

Mit 100% Polyester mischt das CR Shirt vorne mit was Leichtigkeit und Trocknungszeit angeht.

Pulslog, Shirt, Schweißtest

Nike Hypercool Compression Top 2.0

Mit Spannung ging es mit dem einzigen Kompressions-Shirt im Test auf das Laufband. Durch das sehr eng anliegende Material soll durch Druck die Durchblutung von Gewebe und Muskeln verbessert werden wobei die Sauerstoffzufuhr besser funktionieren soll, was sich wiederum positiv auf den Laktatwert auswirkt. Der Druck reduziert gleichzeitig die Vibration der Muskeln bei Belastung. So weit zur Theorie.

Das Shirt liegt wie eine zweite Haut am Körper an. Der Druck auf die Haut fühlt sich anfangs gewöhnungsbedürftig an. Das könnte für einige Läufer durchaus unangenehm wirken. Ich habe mich nach kurzer Zeit daran gewöhnt. Subjektiv fühlt man sich kompakter und schnittiger – der Druck hat was. Um den gleichen Puls zu halten wie bei den Läufen zuvor habe ich die Geschwindigkeit des Laufbands ca. 10-12 % höher drehen müssen, was an der Tagesform gelegen haben müsste. 10% Leistungssteigerung wären Wahnsinn.

Durch den eng anliegenden Stoff mit 16% Elastan Anteil bemerkt man keinen Schweis am Oberkörper, nichts klebt. Ein Scheuern oder Rutschen konnte auch nicht festgestellt werden. Das ist wohl dem intelligenten Schnitt und der optimalen Größe des Shirts für meinen Oberkörper zu verdanken. Der hohe Elastanwert ermöglicht ein komfortables Tragen auch mit vergleichbar etwas dickeren Oberarmen wie ich sie habe.

Das Ausziehen wirkt ganz und garnicht hypercool. Mit entsprechenden Verrenkungen schafft man es dann doch irgendwann. Auch nach heftigen Ziehattacken sind keine Nähte gerissen.

Ich bin mir nicht sicher ob Kompressionsshirts die Chance haben zu meinem neuen Laufstandard zu werden. Das luftigere Gefühl von klassischen Laufshirts gefällt mir doch etwas besser. Bei Wettkämpfen oder speziellen Trainingsläufen werde ich aber sehr gerne wieder darauf zurückgreifen. Durch den kompakten Druck fühlt man sich zu mehr Leistung angetrieben – zumindest psychologisch.

Das Gesamtgewicht bewegt sich im Mittelfeld, wonach sich auch die Trocknungszeit von 150 Minuten ableiten lässt.

Pulslog, Shirt, Schweißtest

Icebreaker Sonic Short Sleeve Crewe

Das einzige Oberteil im Test mit nahezu vollständigem Merinowolle Anteil (96% Merino, 4% Elastan). Die Wolle hebt sich durch ihre Eigenschafen deutlich von anderen Materialien ab. Die neutralisiert Salze die sich im Schweiß befinden und produziert hierbei nicht den übel riechenden Geruch von kaltem Schweiß. Das Material ist atmungsaktiv und wärmt sogar noch im feuchten Zustand die Haut. Neben der vollständig ökologischen Herstellung investiert das Shirt durch die neutralisierende Eigenschaft auch nachhaltig in die Natur – ein durchgeschwitztes Shirt muss nicht sofort in die Wäsche. Ich bin immer wieder überrascht wie sich das Material von Schweiß nichts anhaben lässt.

Da wir hier Wolle auf der Haut tragen, fühlt sich das Ganze natürlich auch wie Wolle an. Ein wenig kratzig schmiegt sich das Shirt an den Oberkörper, bei empfindlichen Hauttypen kann es vereinzeln auch zu Juckreiz kommen – bei mir nicht. Persönlich finde ich es sehr gewöhnungsbedürftig Wolle beim Leistungssport zu tragen. Es fühlt sich einfach wärmer und schwerer an.

Für Interessenten gilt demnach: Anprobieren! Wer sich in Merinowolle wohl fühlt, der kann sich über ein ökologisches Produkt freuen das für mehrere Läufe genutzt werden kann ohne gleich in die Waschmaschine zu müssen.

Bei längeren Wanderungen ist Merinowolle meine erste Wahl. Keine Geruchsbildung und wärmende Eigenschaften auch im feuchten Zustand machen es zum perfekten Begleiter beim Wandern oder einer mehrtägige Trekkingtour. Im Zwiebelprinzip nutze ich die Shirts auch gerne für die erste Schicht. Bei Läufen kommt es im Früh- und Spätjahr zum Einsatz wenn es im Freien noch etwas frisch ist. Wer zu dieser Jahreszeit draußen unterwegs ist, kann auch die reflektierenden Details des Oberteils gut gebrauchen.

Oberhalb des unteren Saums ist eine kleine Tasche integriert indem ein kleiner MP3 Player platz finden kann. Kopfhörerösen fehlen, das Kopfhörerkabel muss unter dem Shirt über den Hals zum Ohr geleitet werden.

Icebraker bietet die Shirt in mit unterschiedlichem “Merinogewicht” an. Im Angebot gibt es zum Beispiel 150 g/m² oder 200 g/m² Merinowolle, je nach Einsatzzweck.

Mit 170g Gesamtgewicht ist das Sonic Sleeve das zweit schwerste Shirt im Test. Daraus resultiert auch eine Trocknungszeit von über drei Stunden.

Pulslog, Shirt, Schweißtest

Gore Running Wear AIR 2.0 Shirt

Gore ist den meisten von der Verwendung von GORE-TEX Material in Schuhen und Kleidung bekannt. Neben spezieller Bikeware hat Gore auch Laufbekleidung “Gore Running Wear” im Portfolio.

Das Air 2.0 liegt eng am Körper an und fühlt sich gut auf der Haut an. Die Mesh Einsätze seitens der Brust, unter den Armen und am Rücken sollen für eine entsprechende Belüftung sorgen. Das funktioniert auch ganz gut – das Shirt war nach der Stunde Laufband nicht komplett durchnässt.

Der Ausschnitt um den Hals ist im Vergleich zu anderen Shirts etwas groß geraten. Das sorgt aber auch für zusätzliche Belüftung.

Das reflektierende Logo auf der Brust, eine kleines Gore Logo Flag an der Seite des Shirts und zwei reflektierende Pfeile am Rücken sollen für etwas Sicherheit beim Laufen in den Abendstunden sorgen.

Gut, dass sich Gore bei eng anliegenden Shirt für 14% Elastananteil entschieden hat. Der Stoff ist recht dünn, lässt sich aber durch die Elastizität an- und ausziehen ohne das man Angst haben muss das Nähte reißen. Durch den dünnen Stoff werden Dinge die unter dem Shirt liegen schnell sichtbar. Brustwarzen sind dabei z.B. sichtbar.

Gewicht und Trocknungszeit bewegen sich im unterem Mittelfeld.

Insgesamt macht das Gore einen guten Eindruck. Wen die Sichtbarkeit der Brustwarzen stört, der sollte sie sich abkleben – bei langen Läufen ist das ohnehin zu empfehlen.

Pulslog, Shirt, Schweißtest

Asics Inner Muscle Kurzarm Shirt

Asics geht mit Feautures an den Start! Im Rücken sind rautenförmigem Einsätze angebracht die die Laufhaltung verbessern sollen. Das soll eine bessere Atmung garantieren, da die Haltung der Schulterblätter kontrolliert, der Brustkorb geöffnet und die Wirbelsäule für eine höhere Lungenkapazität und einfachere Atmung gestreckt wird.

Im Einsatz spüre ich zwar, dass Einsätze verwendet werden, bin mir aber nicht sicher ob genau diese für eine bessere Haltung beim Lauf sorgen. Ich tippe eher (oder zusätzlich) auf die absolut eng anliegende Konstruktion des Shirts, von der Hüfte bis zum Hals. Mann kann es schon fast mit einem Kompressions-Shirt vergleichen. Einmal angezogen zieht es den Läufer gerade. Für einen Performance Lauf mag ich das.

Als einziges Shirt im Test geht der Kragen um den Hals und lässt sich im Brustbereich über einen Reißverschluss öffnen. Ich finde das sehr angenehm. In den ersten Minuten lasse ich das Shirt meist komplett geschlossen und öffne es nach einer gewissen Zeit für eine bessere Belüftung. Apropos Belüftung: Asics verzichtet komplett auf Mesh-Parts und setzt komplett auf atmungsaktives Material + Reißverschluss Option. Das funktioniert gut wie das Schweißtestbild zeigt.

Auch die Ärmel schließen ziemlich weit unten ab – Geschmacksache. Das Shirt packt den Läufer von der Hüfte bis zum Hals und über die Oberarme richtig ein – ich mag´s irgendwie. Kleine Reflektoren für die Sichtbarkeit des Läufers bei Dunkelheit fehlen bei diesem Shirt natürlich auch nicht.

Nicht nachzuvollziehen ist die Einteilung der Größe seitens Asics. Ich trage eigentlich M, gelegentlich L – beim Asics Shirt benötigte ich ein XXL.

Mit 200g ist das Asics das schwerste Shirt im Testumfeld – hat aber auch viele Features an Bord. zum Trocknen hängt es drei Stunden auf dem Wäscheständer.

Pulslog, Shirt, Schweißtest

Super Natural BASE/Sport Tee

Das Super Natural Shirt besteht aus 50% Merinowolle und 50% Polyester. Es trägt sich wie ein normales Freizeitshirt und fühlt sich auch auf der Haut nicht anders an. Ohne spezielle Features, wie z.B. Belüftungszonen mit Mesh Gewebe zu integrieren, wird das Shirt als atmungsaktiv deklariert. Das ist wohl dem Material zu verdanken. Reflektierende Bestandteile, Täschchen für den Hausschlüssel oder elastische Zonen für mehr Beweglichkeit sucht man vergebens. [SN] beschränkt sich komplett auf Basics.

Punkten kann das Shirt im Material. Durch 50% Merinowolleanteil wird der üble Schweißgeruch vermieden wenn das Shirt mal im Einsatz war. Ich vermutete etwas Geruchsrückstände durch den 50% Polyesteranteil – nichts! Das Shirt roch wie frisch gewaschen.

Der Materialmix ist optimal. Das Gewicht dabei mit 130g und knapp zwei Stunden Trockenzeit völlig akzeptabel.

Fazit

Wirkliche Schnitzer hat sich kein Hersteller geleistet. Langjährige Fitnessriesen wie Nike, Asics und Adidas punkten durch Features mit konkretem Fitnessfokus. Die relativ unkonventionellen Hersteller von Fitnesskleidung wie z.B. Icebreaker (Fokus Outdoor) oder super.natural heben sich durch ihr besonderes Material ab, welches auf das Konto Nachhaltigkeit einzahlt.

Das La Sportiva Shirt vereint durch den Einsatz der Kokusnussfaser beide Lager in einem Shirt: Leichtes, schnell trocknendes Polyester kombiniert mit der Cocona Faser die antibakteriell und demnach geruchsneutralisierend wirkt. Es muss nicht nach jedem Lauf gewaschen werden, hat somit auch einen höheren Lebenszyklus und schont dabei die Umwelt. Das Shirt verfügt sogar über einen UV-Schutz 50+ Sonnenschutz. Ein guter Schnitt und tolle Farben runden das Profil des Testsiegers ab.

Ein sehr angenehmes Tragegefühl hat das Nike Dri-Fit Vaportouch mit 15% Baumwolleanteil, ist dabei auch Alltags tauglich und sehr gut mit Fitness-Features bestückt. Mit dem Einsatz von Merinowolle statt Baumwolle wäre hier ein perfektes Laufshirt entstanden.

Wer auf Leichtgewichte setzt greift zu Puma, Adidas von denen das Adidas besser gefallen hat. Für 10g mehr kann kann man aber auch den Testsieger haben und den damit verbundenen tollen Eigenschaften.

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